Immobilien und Karten

Können Grundstücke verschwinden?

Nein, natürlich nicht. Wegen der besonderen Bedeutung von Grund und Boden für unser Wirtschaftsleben hat der Gesetzgeber aber besondere Regeln für den Nachweis des Eigentums an Grund und Boden und für den Handel mit Grundstücken eingeführt. So müssen Kaufverträge – anders als bei beweglichen Gütern – vor einem Notar geschlossen werden. Damit zudem immer klar ist, wem ein Grundstück gehört, wie groß es ist und wo seine Grenzen verlaufen, wurden das Grundbuch und das Liegenschaftskataster eingeführt. Im Grundbuch ist verzeichnet, wer Eigentümer ist und ob es Lasten und Beschränkungen, wie z.B. Wegerechte gibt. Im Liegenschaftskataster sind die Lage und die Größe eines Grundstücks und einige weitere beschreibende Angaben verzeichnet. Mindestens ebenso wichtig ist aber, dass der genaue Verlauf der Grundstücksgrenzen und die Lage der Grenzpunkte in einem übergeordneten Koordinatensystem darin gespeichert sind. Sichtbar wird beides in einer traditionell als Flurkarte bezeichneten Graphik. Hier kommen die Geodätinnen und Geodäten ins Spiel. Sie sind diejenigen, die die dafür erforderlichen Vermessungen durchführen und damit einen wichtigen Beitrag zur Rechtssicherheit und zur Vermeidung von Streit zwischen Nachbarn leisten und das schon seit mehr als 150 Jahren. Grundstückseigentümerinnen und Grundstückseigentümer können sich darauf verlassen, dass Geodäten eine Grundstücksgrenze in der Örtlichkeit jederzeit wieder kenntlich machen können, auch wenn Grenzsteine schon vor Jahren z.B. durch Bauarbeiten verschwunden sind. Niemand muss also befürchten dass ein Grundstück verschwindet. Es muss aber auch niemand befürchten, dass jemand ein Stück davon abzweigt oder unklar ist, wo die Grenze verläuft. Dafür stehen Geodätinnen und Geodäten mit Fachwissen, Gewissenhaftigkeit, Genauigkeit und Erfahrung ein.

Darf ich bauen, wo ich will?

Nein, natürlich nicht. Bauen darf man nur, wenn die rechtlichen Voraussetzungen vorliegen und eine Baugenehmigung ausgesprochen wurde. Ebenso wichtig ist aber, dass es auch ein Grundstück gibt, welches für die geplante Bebauung die richtige Größe und Lage hat. Hier kommen wieder die Geodätinnen und Geodäten ins Spiel. Sie sorgen dafür, dass z.B. aus einem großen Grundstück mehrere kleine werden oder aus kleinen, ungünstig geformten Grundstücken große entstehen. Sollte es richtig unübersichtlich sein, führen sie auch Bodenordnungsmaßnahmen durch, die dem gleichkommen, was auf dem Land Flurbereinigung genannt wird. Ferner sind Geodätinnen und Geodäten dafür verantwortlich, dass Gebäude auch dort stehen, wo sie stehen sollen. Sie übertragen die Planung mit modernen Messtechniken in die Örtlichkeit, so dass Bauherrinnen und Bauherren sicher sein können, dass Grenzen nicht überbaut und vorgesehene Abstände eingehalten werden. Damit legen sie die Basis für eine gute Nachbarschaft.


Wieviel ist ein Grundstück wert?

So viel, wie jemand bereit ist, dafür zu zahlen. Der Wert eines Grundstücks kann nicht gemessen werden. Der Preis bildet sich am Markt und wird von Angebot und Nachfrage bestimmt. Insofern unterscheiden sich Grundstücke nicht von anderen Wirtschaftsgütern. Grundstücke sind dennoch besonders, weil sie nicht beliebig vermehrbar sind, das Eigentum an Grund und Boden für unsere Volkswirtschaft von besonderer Bedeutung ist und das Wohnen zu den Grundbedürfnissen des Menschen zählt. Viele Menschen kaufen – wenn überhaupt – nur einmal in ihrem Leben ein Grundstück oder eine Wohnung. Sie haben keine Erfahrungen und müssen trotzdem eine Entscheidung treffen, die womöglich ihr ganzes Leben beeinflusst. Damit Käufer und Verkäufer, die Möglichkeit haben, sich objektiv über die Wertverhältnisse auf dem Grundstücksmarkt zu informieren, wurden die Gutachterausschüsse für Grundstückswerte eingeführt. Hier kommen wieder die Geodätinnen und Geodäten ins Spiel. Sie sind in den Gutachterausschüssen bzw. deren Geschäftsstellen tätig. Sie sammeln Daten über jeden Kauf bzw. Verkauf eines Grundstücks und werten sie aus. Sie erzeugen daraus statistische Informationen und kartographische Darstellungen, die einen Überblick über das Geschehen auf dem Grundstücksmarkt geben. Sie sorgen somit für Transparenz. Auf der Grundlage der gesammelten Daten werden auch Gutachten über den individuellen Wert von Grundstücken erstattet. Sie werden in Erbschaftsangelegenheiten benötigt, oder wenn der Staat ein Grundstück z.B. für den Bau einer Straße erwerben muss.

Geodäten haben gute Karten!

Geodäten wissen immer genau, was auf der Erde los ist! Wie groß sie sind die Grundstücke, stehen Häuser darauf, welchen Adressen haben sie, was darf man auf den Grundstücken machen, wie werden die Häuser genutzt? Das und noch viel mehr wissen wir über die Erdoberfläche, eingeteilt in Flächenabschnitte, die wir Flurstücke nennen. Für jeden Maßstab – also kleine Darstellungen mit viel Inhalt im Bildausschnitt und große Darstellungen mit wenig, dafür sehr detailreichen Darstellungen im Bildausschnitt – werden die Geodaten technisch anders aufbereitet. Unseren Datenschatz – die Geodaten – können wir auch zeigen, in Form von vielen Karten und Bildern. Oft haben wir viel mehr Informationen und die sind auch noch aktueller, als man sie bei Google Maps oder Apple Maps sieht. Von unseren Daten darf allerdings nicht Jeder Alles sehen und aufrufen aber doch das Meiste. Warum gibt es dann neben Google und Apple auch noch unsere Karten? Weil wir diese Informationen ohne eigene Interessen und frei von Werbungen oder Empfehlungen – also quasi neutral und unabhängig – erzeugen und bereitstellen. Unsere Karten sind wichtige Unterlagen, auf deren Grundlage z.B. neue Straßen oder Wohnsiedlungen geplant werden. Weil alles genau dargestellt wird, was schon existiert, kann man die neuen Ideen darauf abstimmen und Fehlplanungen werden vermieden.