Mit der Hydrographie der Sache auf den Grund gehen!

Das Vermessungsschiff Wega ©BSH

Würdest du gerne das System Erde untersuchen und zu aktuellen Forschungsfragen des Klimawandels, der Polarforschung oder der plattentektonischen Grundlagenforschung beitragen? Vielleicht findest du auch die Archäologie spannend und möchtest gesunkene Schiffe oder untergegangene Siedlungen entdecken? Oder interessierst du dich für automatisierte Unterwassernavigation und die dazu notwendige künstliche Intelligenz?

Vielleicht möchtest du auch ein öffentliches Amt bekleiden und bei der Sicherheit des Schiffsverkehrs, der Überwachung des Küstenschutzes und der Instandhaltung und Kontrolle von Kaimauern mitwirken, nautische Seekarten erstellen oder in einem Ingenieurbüro bei Baugrunduntersuchungen, Standortplanungen für Windkraftanlagen oder andere Baukonstruktionen, z. B. für Pipelines, Kabeltrassen oder Brückenbau, tätig werden?

Schematische Darstellung einer Gewässerbodenkartierung mit einem Fächerecholot. ©HCU

Dann ist Hydrographie als Teildisziplin des Vermessungs- und Geoinformationswesens die richtige Berufswahl, denn sie umfasst eine riesige Bandbreite an unterschiedlichsten Tätigkeiten.

Die Internationale Hydrographische Organisation (IHO) beschreibt die Hydrographie als „eine angewandte Wissenschaft, die sich mit der Messung und Beschreibung der physikalischen Eigenschaften von Ozeanen, Meeren, Küstengebieten, Seen und Flüssen sowie mit der Vorhersage ihrer Veränderung im Laufe der Zeit befasst. Dies dient in erster Linie zum Zweck der Sicherheit der Navigation und zur Unterstützung aller anderen maritimen Aktivitäten, einschließlich der wirtschaftlichen Entwicklung, der Sicherheit und Verteidigung, der wissenschaftlichen Forschung und des Umweltschutzes“. Dabei arbeiten Hydrograph/innen mit verschiedenen Arten von Echoloten um Wassertiefen zu messen oder Informationen über den Gewässerboden und der Wassersäule zu sammeln.

Messdaten eines Echolots zeigen ein Schiffswrack. ©HCU

Etwa 71% der Erde ist mit Wasser bedeckt und große Teile davon sind noch nicht genau vermessen und untersucht. Die Oberfläche des Planeten Mars ist besser kartiert als der Boden unter der Wasseroberfläche der Erde, denn die Meeresbodenform dieser Gebiete wird durch Satellitenvermessung nur grob abgeschätzt. Es gibt also noch viel zu tun!

Hydrographie kannst du an der HafenCity Universität Hamburg (HCU) im Rahmen des Studienganges Geodäsie und Geoinformatik studieren. Angeboten werden hier Veranstaltungen im Bachelor-Studiengang (B.Sc.) und in der Vertiefungsrichtung Hydrographie im Masterprogramm (M.Sc.), die gemäß der Standards of Competence for Hydrographic Surveyors mit dem höchsten Level Category A zertifiziert ist (als eine von nur etwa 20 Ausbildungsstätten weltweit!). Eine andere Möglichkeit im öffentlichen Dienst ist die Fortbildung zum Seevermessungstechniker/in an der hierfür einzigen Weiterbildungsstätte Deutschlands, dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH).

Das Vermessungsschiff DVocean der HCU. ©HCU

Als Hydrograph/in können dann, je nach individueller Neigung, die unterschiedlichsten Berufsrichtungen ausgeübt werden. Hydrographische Kenntnisse sind in der öffentlichen Verwaltung (z.B. bei der HPA oder dem BSH), in Ingenieurbüros, im Bereich der Forschung und Entwicklung oder auch bei Herstellern von hydrographischen Messgeräten gefragt.

Wurde dein Interesse geweckt? Dann wende dich gerne an …